„Zivilgesellschaft beschreibt den Teil einer Gesellschaft, der sich aus im öffentlichen Raum aktiven Zusammenschlüssen bildet. Die Selbstorganisation der Bürger*innen beruht dabei auf freiwilligem Engagement, das nicht in erster Linie profitorientiert ist und nicht allein individuellen Interessen dient. Typische Organisationsformen im institutionalisierten Bereich der Zivilgesellschaft sind Vereine, Verbände, Stiftungen sowie andere rechtsfähige und nicht rechtsfähige Körperschaften. Die Akteur*innen agieren unabhängig vom Staat und weitgehend außerhalb des Marktes. Sie verfolgen keine Gewinnabsicht und richten sich nach demokratischen Prinzipien. Zu den klassischen Vertreter*innen zählen gemeinnützige Vereine und andere Akteur*innen aus den Bereichen Sport, Kultur, Bildung und Freizeit, ebenso wie Kirchen, Wohlfahrtsverbände, Bürgerinitiativen, Berufsverbände und Gewerkschaften. Außerdem gehören alle Formen des Engagements zur Zivilgesellschaft, die darauf abzielen, Einfluss auf gesellschaftliche Meinungs- und Willensbildungsprozesse zu nehmen, wie beispielsweise Demonstrationen, Streiks oder Petitionen (Stricker und Strasser 2014). Auch ungebundenes Engagement, das nicht formal organisiert ist, gehört zur Zivilgesellschaft (Pollack 2004: 27).“
Quelle: Demokratiezentrum Wien
Digitale Demokratiestärkung kann verschiedene Einsatzformate haben, wie wir mit den bereits veröffentlichten Beiträgen etwa zu den Möglichkeiten von Games oder Social Media umrissen haben. Sie kann jedoch auch unter dem Gesichtspunkt der Akteurinnen und Akteure betrachtet werden, die sich im Kontext der Stärkung von Demokratie mithilfe digitaler Mittel und Methoden engagieren und auf diese Weise die demokratische Gesellschaft mitgestalten wollen.
In diesem Beitrag wollen wir einige Beispiele unterschiedlicher Akteure der Zivilgesellschaft vorstellen, um die Bandbreite des Engagements zu verdeutlichen.
Hinweis: In diesem Beitrag kann selbstverständlich nur ein begrenzter Eindruck der zivilgesellschaftlichen Einrichtungen, Akteure und Akteurinnen vermittelt werden, die sich für Demokratiestärkung mit digitalen Mitteln engagieren – um eine auch nur annähernd vollständige Aufzählung handelt es sich nicht. Fehlt Ihnen etwas? Wenn Sie uns einen Vorschlag für eine relevante Initiative oder ähnliches unterbreiten möchten: Schreiben Sie uns.
Hinweis II: Die Reihenfolge der hier beschriebenen Akteurinnen und Akteure ist rein willkürlich und mit Sicherheit kein Indiz für mehr oder weniger Relevanz.

Gemeinnützige Vereine, gGmbHs und Kooperationsverbünde
Wir beginnen mit einer Reihe von Einrichtungen, die Aspekte der Digitalisierung selbst in den Kontext von Demokratie stellen. (Weiter unten wird es auch um Akteure und Akteurinnen gehen, die andere Bestandteile von Demokratie in den Mittelpunkt stellen, diese aber mit digitalen Mitteln bearbeiten.)
Das Selbstverständnis des gemeinnützigen e. V. „Open Knowledge Foundation Deutschland“ (OKFN) lautet:
„In unserer Arbeit streben wir nach einer demokratischen, nachhaltigen und resilienten Zukunft, die auf Offenheit, Teilhabe und Transparenz basiert. Wir machen Wissen zugänglich und Teilhabe möglich. Mit digitalen Instrumenten und politischen Interventionen stärken wir somit die Zivilgesellschaft und fordern Gerechtigkeit.“
(Quelle: https://okfn.de/)
Zu den Maßnahmen und Projekten des Vereins zählen unter anderem „Jugend hackt“, „Code for Germany“ , „Offene Verwaltungsdaten“ sowie „FragDenStaat“.
„Open Knowledge Foundation Deutschland“ veröffentlicht darüber hinaus Stellungnahmen, Studien, Lernmaterial und anderes mehr und dokumentiert bei „Aktivismus von innen“ die Implementierung gesellschaftlicher Forderungen im eigenen Haus.
FragDenStaat trägt den Untertitel „Informationsfreiheitsportal“ und orientiert sich an vier Säulen: „der Anfrage-Plattform, Mitmach-Aktionen, strategischen Klagen und investigativen Recherchen“. FragDenStaat unterstützt auf der einen Seite Bürgerinnen und Bürger, „ihr [im Informationsfreiheitsgesetz festgeschriebenes] Recht auf Zugang zu Informationen von deutschen Behörden wahrzunehmen“. Hierzu gibt es ein begleitetes und kommentiertes Verfahren auf der Website, das den Anfragenden Schritt für Schritt anleitet und weitere Informationen bietet.
Auf der anderen Seite hat FragDenStaat ein großes Unterstützungsangebot: Mit der Taskforce Demokratie gibt es Monitoring, Prävention und Akuthilfe, um „demokratisch Engagierte [zu] unterstützen, wenn extreme Rechte und Autoritäre sie gezielt einschüchtern und handlungsunfähig machen wollen“; hinzu kommen Projekte wie Gegenrechtsschutz, Überbrückungsfond und Real-O-Mat.
Seit 45 Jahren gibt es den Chaos Computer Club e.V. (Gründung 1981), der unter anderem den jährlich stattfindenden Chaos Communication Congress organisiert. In der Programmkategorie „Ethics, Society & Politics“ findet sich eine hohe thematische Bandbreite zu im bewusst weiten Sinne gesellschaftlichen Themen.
Der Digitalcourage e.V. wurde bereits im Jahr 1987 gegründet (bis 2012 unter dem Namen FoeBuD (Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs e. V.) und befasst sich seitdem mit den Themenfeldern Informationsfreiheit und Datenschutz. Bekannt ist er unter anderem für die von ihm seit 2000 verliehenen BigBrotherAwards in Deutschland (auch in anderen Ländern werden und wurden BigBrotherAwards vergeben), die Firmen, Organisationen und Personen erhalten, „die in besonderer Weise und nachhaltig die Privatsphäre von Menschen beeinträchtigen sowie persönliche Daten verkaufen oder gegen ursprüngliche Interessen verwenden“ (Quelle: https://bigbrotherawards.de/ueber-uns). Darüber hinaus initiiert oder unterstützt Digitalcourage Kampagnen wie die zur PrivacyCard, StopRFID, Reclaim Your Face gegen den Einsatz biometrischer Überwachungssysteme (gestartet von European Digital Rights (EDRi) im Jahr 2020) und reicht (teils in Kooperation mit Dritten) Klagen, (Verfassungs-)Beschwerden und Petitionen ein.
netzpolitik.org e. V. ist ein „Medium für digitale Freiheitsrechte“ und will „technologischen Wandel in den Dienst von Freiheit, Solidarität und Gemeinwohl stellen“. 2004 von Markus Beckedahl als Blog gestartet und 2012 als Verein registriert, hat netzpolitik.org in den vergangenen mehr als 20 Jahren diverse, auch fundamentale Aktionen und Kampagnen organisiert. Unvergessen bleibt die Sorge über ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Landesverrat, das im August 2015 eingestellt wurde. Anlass damals war die Veröffentlichung von als vertraulich klassifizierten Unterlagen des Verfassungsschutzes über Überlegungen zum Ausbau der Internetüberwachung. In einem archivierten Artikel der Tagesschau ist die Chronologie des Falls in Kürze nachzulesen. Alle Beiträge von netzpolitik.org zum Schlagwort „Landesverrat“ sind hier aufgelistet; neben einer ausführlichen Behandlung des konkreten Falles und seiner Auswirkungen werden auch weiterführende Informationen zu Whistleblowing und Leaks geliefert.
Darüber hinaus ist netzpolitik.org für seine Begleitung und Aufarbeitung von Themen wie Vorratsdatenspeicherung, Datenschutz, Urheberrecht, Überwachung, Netzneutralität und vieles mehr bekannt – und auch für die Petitionen, Kampagnen und Proteste, die der Verein (mit-)initiiert und unterstützt hat. Einige davon finden sich in dieser Schlagwort-Liste wieder. 20 Jahre netzpolitik.org lassen sich in diesem Beitrag nachverfolgen.
Eins der aktuelleren Projekte von netzpolitik.org sind die Databroker Files; diese Recherche zum „unkontrollierten Datenhandel der Online-Werbeindustrie“ (in Kooperation mit BR und anderen) wurde mehrfach ausgezeichnet – unter anderem beim Grimme Online Award .
P. S.: Im gleichen Preisjahr wurde auch das Projekt „Systemeinstellungen“ von netzpolitik.org prämiert.
Auf der Grundlage der Recherche der Databroker Files entstand 2026 eine Dokumentation von Maximilian Zierer, Rebecca Ciesielski und Florian Heinhold, die sich mit den einhergehenden Gefahren gesammelter Standortdaten auseinandersetzt. Diese ist im ARTE-YouTube Channel abrufbar sowie im Folgenden eingebettet:
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Gefährliche Apps – Im Netz der Datenhändler | Doku HD | ARTE
Der Jahresrückblick 2025 zeigt nicht nur die verschiedenen Tätigkeitsbereiche von netzpolitik.org, sondern ruft einem auch die Ereignisse und Entwicklungen des gesamten netzpolitischen Jahres in Erinnerung.
| Zivilgesellschaft und Grimme Online Award: In mehr als 25 Jahren Grimme Online Award ist eine ganze Reihe von Beiträgen honoriert worden, mit denen Akteurinnen und Akteure Angebote an die demokratische Gesellschaft gerichtet haben, darunter neben jenen aus der Zivilgesellschaft (etwa e. V.s) auch einige, die sich aus dem publizistischen Bereich (Medienhäuser, Journalistinnen und Journalisten) zu Wort gemeldet haben. Bereits 2001, im ersten Wettbewerbsjahr, wurde politik-digital ausgezeichnet. Aus der damaligen Beschreibung: „Die Seiten von politik-digital bieten umfangreiche Informationen zu Netzpolitik, Netzbildung, Netzökonomie und Netzkultur. Sachlich und unprätentiös präsentiert, in komplexer Darstellung und funktionalem Layout. Die Redaktionen in Berlin und Köln greifen in Kooperation mit europäischen Partnern aktuelle Debatten auf und initiieren Diskussionen im digitalen Raum – von Foren über Petitionen bis hin zu regelmäßigen Chats mit Politikern. Dabei werden die Möglichkeiten des Internet als neues Instrument der politischen und gesellschaftlichen Meinungsbildung konsequent genutzt.“ Im Jahr darauf folgte dol2day (democracy online today): Die auch nach 25 Jahren noch aktuell wirkende Begründung damals war: „Das Onlineangebot dol2day erhält den Förderpreis Medienkompetenz für seine beispielgebende Nutzung der internetspezifischen Möglichkeiten beim Aufbau einer politikorientierten Online-Community.“ Die Auszeichnung und die Nominierung solcher und ähnlicher Angebote sind seitdem ein fester Bestandteil des Grimme Online Award, darunter: Bildblog, abgeordnetenwatch.de, Wikipedia, LobbyControl e.V., Carta, „Verräterisches Handy: Was Vorratsdaten über uns verraten“ (ZEIT & Malte Spitz), #aufschrei, FragDenStaat.de, Straßengezwitscher, Technische Aufklärung, Hoaxmap, Es war nicht immer der Osten, #ichbinhier, Volk und Vertreter, Deutschland spricht, Das gespaltene Parlament, Darüber spricht der Bundestag, NSU-Watch, Affäre Deutschland, Gegen uns, Baseballschlägerjahre, Systemeinstellungen, netzpolitik.org und BR für die Databroker-Files-Recherche, Parlamentsrevue, Zentrum für Politische Schönheit für die Aktion „AfD-Verbot“, CeMAS-Monitoring zur Bundestagswahl 2025 und einige andere mehr. |
Der eingetragene Verein der Digitalen Gesellschaft wurde 2010 gegründet. Sein Ziel ist der Einsatz für „Grundrechte und Verbraucherschutz im digitalen Raum“:
„Zum Erhalt und zur Fortentwicklung einer offenen digitalen Gesellschaft engagiert sich der Verein gegen den Rückbau von Freiheitsrechten im Netz, gegen alle Formen von Überwachung und für die Realisierung digitaler Potentiale bei Wissenszugang, Transparenz, Partizipation und kreativer Entfaltung.“ (Quelle: https://digitalegesellschaft.de/uber-uns/idee/)
Digitale Gesellschaft bringt sich unter anderem mit Stellungnahmen und offenen Briefen in die digitalpolitische Debatte ein und veranstaltet den monatlichen „Netzpolitischen Abend“ in Berlin. Weitere Aktivitäten sind im Blog dokumentiert.
Ziel des von Markus Beckedahl und Campact im Mai 2025 gegründeten Zentrums für Digitalrechte und Demokratie (gGmbH) ist es, sich „für gesellschaftliche Mehrheiten für eine gemeinwohlorientierte Digitalpolitik ein[zu]setzen“:
„Wir sehen mit Sorge, wie Plattformen zu politischen Akteuren werden: ohne demokratische Kontrolle, aber mit enormer Macht über Meinungsbildung, Sichtbarkeit und Debatten.“ (Quelle: Campact, 21. Mai 2025)
Dieser Entwicklung will das Zentrum mit einem Newsroom entgegenwirken, der tagesaktuell einordnet, mit Narrativen, die Debatten prägen sollen, sowie durch Allianzen mit Organisationen, Medien, Wissenschaft sowie den Unternehmen, die „demokratische Werte ernst nehmen. Wir bauen Brücken in die Gesellschaft – nicht nur zu Gleichgesinnten“.
Thematisch drehen sich aktuelle (September 2026) Beiträge der Seite etwa um Kinder- und Jugendschutz, Smart Glasses, Social-Media-Verbote und Kinderrechte, Regulierung von KI und Pressefreiheit.
Markus Beckedahl legte übrigens seine Gedanken zu Digitaler Souveränität auch bei einer unserer Veranstaltungen dar. Bei der Fachtagung „Digitale Souveränität und die Verantwortung der Medien“ (November 2025) sprach er darüber, dass wir uns abhängig gemacht haben von wenigen Unternehmen, die unsere Infrastrukturen kontrollieren und besitzen, und dass unser Ziel sein solle, digitale Souveränität dadurch anzustreben, Infrastrukturen zu schaffen, die wir demokratisch kontrollieren können.
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Digitale Souveränität und die Verantwortung der Medien, Speakers´ Corner: Markus Beckedahl
politik-digital e.V. wurde – damals unter dem Namen „pol-di.net für eine demokratische und digitale Entwicklung der europäischen Informationsgesellschaft” – im Jahr 1999 gegründet (Umbenennung 2014).
Die Netzpiloten selbst bieten den Podcast „Tech und Trara“ – in dieser Folge zum Wahlcheck auch gemeinsam mit politik-digital.
Das Magazin Netzpiloten benennt die Vereinsaktivitäten als „glaubwürdige politische Kommunikation im Netz“. Neben der Informations- und Kommunikationsplattform politik-digital.de ist der Verein seit mehr als 25 Jahren auch als Initiator und Unterstützer von Projekten aktiv, etwa bei der Online-Redaktion von ganztagsschulen.org.
Der eingetragene Verein „D64 – Zentrum für Digitalen Fortschritt“ wurde 2011 von Björn Böhning, Mercedes Bunz, Leonhard Dobusch, Valentina Kerst, Lars Klingbeil, Nico Lumma, Mario Sixtus und Pia Ziefle gegründet, mit dem Ziel, „die Grundwerte Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität durch eine progressive Digitalpolitik zu verwirklichen“.
„Unsere über 800 Mitglieder begreifen die digitale Transformation als Chance, das Miteinander unserer modernen Gesellschaft zu verbessern. Wir gestalten in 13 Arbeitsgruppen die gesellschaftliche, ökologische, technologische und politische Entwicklung konstruktiv, kritisch und kreativ mit.“
(Quelle: https://d-64.org/)
AlgorithmWatch (gGmbH) setzt sich dafür ein, „dass Algorithmen und Künstliche Intelligenz (KI) Gerechtigkeit, Demokratie, Menschenrechte und Nachhaltigkeit stärken, statt sie zu schwächen“. In ihrer Mission spricht die gemeinnützige GmbH davon, dass alle von der Verwendung algorithmischer Systeme profitieren sollen:
„Wir kämpfen dafür, dass sie Demokratie und Rechtsstaatlichkeit statt Autoritarismus stärken, Freiheit statt Überwachung, Menschenrechte statt Entmenschlichung, Autonomie statt Machtungleichgewichte, Gerechtigkeit und Gleichheit statt Ungleichheit und Diskriminierung, und eine solidarische und nachhaltige statt einer ausbeuterischen Lebensweise ermöglichen.“
(Quelle: https://algorithmwatch.org/de/leitbild/)
Zur Erreichung dieser Ziele bewegt sich AlgorithmWatch zwischen „Evidence“ und „Advocacy“: über Auswirkungen von Algorithmen und KI auf die Gesellschaft wird auf „Grundlage wissenschaftlicher Untersuchungen, investigativer journalistischer Recherchen und Policy-Analysen“ informiert; daraus folgen Empfehlungen und ihre Vermittlung durch „Policy-Arbeit, Kampagnen und Öffentlichkeitsarbeit“.
Thematische Schwerpunkte in ihrer Arbeit liegen zunehmend auf dem Einsatz von KI; eine Reihe von Beiträgen, etwa im Kapitel „Stories“, beleuchtet Entwicklungen und Risiken.
Campact e. V. ist zuallererst für seine Kampagnen und Appelle bekannt, mit der online – je nach Thema des einzelnen Aufrufs – Tausende bis Hunderttausende Unterschriften zusammenkommen. Auch Spendenaktionen initiiert Campact, etwa den NoAfD-Fonds:
„Rund 75.000 Menschen haben bereits über 3 Millionen Euro für den NoAfD-Fonds gespendet. Mit dem NoAfD-Fonds unterstützen wir Demokratie-Projekte und zivilgesellschaftliche Initiativen in beiden Bundesländern und stärken sie im Wahljahr.“ (Quelle: https://www.campact.de/rechtsextremismus/no-afd-fonds/)
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NoAfD-Fonds: Unser Plan gegen die Millionen der Rechtsextremen
Darüber hinaus ist Campact mit seinem Blog der Host für eine ganze Reihe externer Autorinnen und Autoren, wie etwa für Johannes Giesler und Maria Timtschenko, die für ihren Newsletter „Wie Rechte reden“ bekannt sind.
Im Transparenzbericht 2025 (PDF; auf dieser Seite herunterladbar) finden sich detaillierte Hinweise zu Kampagnen, Appellen, Initiierung und Unterstützung von Demonstrationen, etwa gegen rechts, zur Förderung Dritter und zu gemeinsamen Projekten.
Auf Initiative des Vereins entstand die Demokratie-Stiftung Campact, die unten im Abschnitt „Stiftungen“ näher beschrieben wird. Diese fördert eine ganze Reihe von Projekten und Einrichtungen – wie etwa HateAid, siehe unten.
Die HateAid gGmbH, 2018 gegründet, adressiert das Problem von Online-Hass und arbeitet an geeigneten Maßnahmen, hierüber aufzuklären und dagegen anzugehen.
„HateAid wurde in der Überzeugung gegründet, dass jeder Mensch das Recht hat, sich im Internet frei zu entfalten. Hass, Gewalt und systematische Desinformation setzen unsere Meinungsfreiheit im digitalen Raum unter Druck. Wir sind überzeugt, dass Respekt und Toleranz entscheidend sind für eine Demokratie, die gerade heute dafür Unterstützung braucht.“
(Quelle: https://hateaid.org/das-ist-hateaid/)
Zu diesem Zweck verfolgt HateAid einen doppelten Ansatz: auf der einen Seite durch Unterstützungsangebote für Betroffene von Hass im Netz von Beratung bis hin zur Unterstützung bei der Durchsetzung von Rechtsansprüchen in ausgewählten Fällen. Auf der anderen Seite durch an Politik, Justiz und Wirtschaft gerichtete Aufklärung sowie durch Kampagnen, Petitionen und Aktionen.
„tone shift – Portal des Netzwerks gegen Hass im Netz und Desinformation“ ist ein Beispiel dafür, dass sich HateAid darüber hinaus auch an Gemeinschaftsprojekten beteiligt.
Die Bildungsstätte Anne Frank (e.V.) sensibilisiert Jugendliche und Erwachsene für Antisemitismus, Rassismus und andere Formen der Menschenfeindlichkeit und stärkt sie für die aktive Teilhabe an einer offenen, demokratischen Gesellschaft (aus dem Leitbild). Zu ihren Arbeiten zählen – neben vielen anderen Angeboten – Veröffentlichungen wie etwa „Zwischen Gym und Weltverschwörung. Wie Antisemitismus & Antigenderismus autoritäre Milieus auf Social Media verbinden“ und Projekte wie „Hessisches Kompetenzprogramm: Antisemitismus im Netz“.
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kurz erklärt: Antisemitismus
Die Gesellschaft für Freiheitsrechte (e. V.) mit dem Schwerpunkt „Freiheit im digitalen Zeitalter“ bezeichnet sich selbst als „Rechtsschutzversicherung für das Grundgesetz“. Zu diesem Zweck werden strategische Gerichtsverfahren eingesetzt:
„Wir wählen die strategische Prozessführung, um die existenziell bedeutsamen Grundrechte zu verteidigen wie die Meinungsfreiheit, die Pressefreiheit oder die informationelle Selbstbestimmung als Grundrecht, über eigene Daten selbst bestimmen zu dürfen.“
(Quelle: https://freiheitsrechte.org/faq)
Ergänzt wird die Arbeit durch wissenschaftliche Publikationen, Fachgespräche, rechtliche Stellungnahmen sowie Kommunikationsarbeit, um das „gesellschaftliche Bewusstsein für grundrechtliche Schieflagen“ zu stärken.
„Denn Demokratie braucht sichere Räume: Unser Ziel ist deshalb eine digitale Gesellschaft, in der Grundrechte auch online geschützt sind.“
(Quelle: https://freiheitsrechte.org/themen/freiheit-im-digitalen-zeitalter)
Der Liquid Democracy e. V. hat das Ziel, neue Beteiligungskonzepte zu entwickeln, die mithilfe digitaler Werkzeuge zu einer aktiveren demokratischen Kultur beitragen.
„Wir unterstützen Städte, Gemeinden, öffentliche Einrichtungen, politische Institutionen und NGOs dabei, viele Menschen online in Entscheidungsprozesse und Diskussionen einzubeziehen.“
(Quelle: https://liqd.net/de/about/expertise/)
Eins der Instrumente hierfür ist der Einsatz von Open-Source-Software:
„Liquid Democracy entwickelt freie Software, die eine gemeinsame Diskussion und Entscheidungsfindung mit vielen Teilnehmer:innen auch über räumliche und zeitliche Distanzen hinweg ermöglicht. Unsere Projekte haben oft sehr unterschiedliche Anforderungen, weshalb wir uns für die Entwicklung von Adhocracy als Software-Bibliothek entschieden haben, deren Bausteine wir für die jeweiligen Projekte anpassen und zu komplexen Beteiligungsprozessen zusammensetzen.“
(Quelle: https://liqd.net/de/software/)
Als Module der Beteiligungsmöglichkeiten werden etwa genannt: Brainstorming / Konsultation, Umfragen, Debattenmodule, interaktive Veranstaltungen und eine Reihe weiterer Einsatzmöglichkeiten, um demokratische Einigungs- und Partizipationsprozesse zu unterstützen.
Der Verein hilft „Organisationen, Initiativen und Verwaltungen, digitale Beteiligungsprozesse umzusetzen: durch die Weitergabe unserer langjährigen Erfahrung in Workshops und Beratungsangeboten“.
Liquid Democracy ist an einer Reihe von Projekten beteiligt, unter anderem an Zukunft D. (Dieses Vorhaben wird unten genauer beschrieben.)
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Liquid Democracy
Das Ziel der Initiative Zukunft D ist die „Stärkung der Demokratie in einer digitalisierten, vernetzten Gesellschaft“. Sie wird getragen von den Vereinen und gGmbHs AlgorithmWatch, aula, Liquid Democracy und Wikimedia Deutschland sowie der Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa, die einen Kooperationsverbund im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ bilden, und steht für „mehr Teilhabe, einfache und gerechte Zugänge zu Informationen, sichere Daten, öffentliche Infrastrukturen sowie transparente Entscheidungsfindungen und offene Datenzugänge“.
Die Mission der Initiative heißt:
„Zukunft D vernetzt Menschen und Organisationen, schafft Strukturen für Austausch und macht Wissen zu Demokratie in der digitalisierten Gesellschaft zugänglich. So stärken wir Teilhabe und demokratische Handlungsfähigkeit. Gemeinsam entwickeln wir vielfältige, inklusive Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit. Für eine unabhängige digitale Öffentlichkeit. Für eine starke Demokratie.“
(Quelle: https://zukunftd.org/ueber-uns)
Zu diesem Zweck entstehen die Bereiche „Demokratie- und Medienbildung“, „Digitale Systeme, KI und Datennutzung“, „Demokratische Werte und Vielfaltgestaltung“ und „Formate der digitalen Partizipation“. Veranstaltungsreihen, Projekte und (Blog-)Beiträge vertiefen die Auseinandersetzung mit den Zielen.
Bekannt ist der Wikimedia Deutschland – Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e. V. zuallererst als Förderverein der deutschen Wikipedia. Die Arbeiten des Vereins ragen jedoch weit darüber hinaus:
„Wir stärken das digitale Ehrenamt, stellen freie Software und IT-Infrastruktur bereit und arbeiten mit Bildungs- und Kulturinstitutionen an der Öffnung von Wissen. Zudem setzen wir uns auf politischer Ebene für freie Inhalte und eine gemeinwohlorientierte Digitalpolitik ein, um einen freien Zugang zu Wissen und Bildung für alle zu gewährleisten und zu halten.“
(Quelle: https://www.wikimedia.de/ueber-uns/)
So ist Wikimedia etwa an Projekten wie dem oben vorgestellten Vorhaben Zukunft D beteiligt, am „Bündnis Freie Bildung“ oder am „Aktionsbündnis Neue Soziale Medien“ – neben einer Reihe von Projekten, die sich mit Wiki-Aspekten auseinandersetzen.
In der „Veranstaltungsreihe Wissen. Macht. Gerechtigkeit“ mit dem Deutschlandfunk geht es seit 2021 in derzeit (Stand: September 2026) 13 Folgen um Themen wie „Desinformation im Wahlkampf“, „Öffentliches Geld – Öffentliches Gut!“, „Unterrepräsentiertes Wissen von Rom*nja und Sinti*zze sichtbar machen“ oder „Zwischen digitaler Überwachung und Sicherheitsversprechen“, die mit einer großen Vielfalt an Gesprächsgästen diskutiert werden.
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Wikimedia-Salon: Wissen. Macht. Gerechtigkeit. Juli 2021
Die Mission der Agora Digitale Transformation ist nach eigener Darstellung,
„die Chancen der digitalen Transformation zu nutzen, um unsere Demokratie in Deutschland zu stärken. Dazu analysieren wir vergangene, laufende und kommende Digitalisierungsvorhaben zu Themen wie Lernender Staat, Digitale Öffentlichkeit, Digitale Partizipation sowie Regierungshandeln und Digitalisierung. Aus den Ergebnissen entwickeln wir eine Transformations-Agenda mit praxisorientierten und sofort einsatzbereiten Lösungen – den Updates unserer Demokratie“.
(Quelle: https://agoradigital.de/mission/)
Die Civic Research and Innovation gGmbH (in Trägerschaft der Amadeu Antonio Stiftung ist) führt unter anderem das Projekt „Press Start – Forge Democracy. Politische Bildung in Gaming-Communities“ durch und ist am bereits genannten Netzwerk „toneshift – Netzwerk gegen Hass im Netz und Desinformation“ beteiligt.
Zu diesem Zweck veröffentlicht die Agora Studien (in Kooperation mit Dritten), zum Beispiel „Der Stand der Ziel- und Wirkungsorientierung in der Digitalpolitik. Einsichten aus einem Screening wichtiger Digitalprogramme“ mit dem Projektpartner ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (September 2026). Bei der Agora handelt es sich um eine gGmbH mit dem alleinigen Gesellschafter Stiftung Mercator.
Es gibt viele weitere Akteurinnen und Akteure aus dem zivilgesellschaftlichen Bereich der Vereine und gGmbHs, die genauso viel Platz verdient hätten wie die oben genannten; aber jeder Artikel muss irgendwann einen Schlusspunkt setzen … Wie oben bereits steht: Fehlt Ihnen etwas? Sie können gerne weitere Beispiele vorschlagen, wenn sie relevant sind und in diesen Kontext passen. Schreiben Sie uns.
Stiftungen
Informationen zu Stiftungen, die aktiv in der (medialen) Demokratiestärkung sind, finden sich bereits im Beitrag „Digitalisierung & wehrhafte Demokratie“ des Grimme Lab. Im Folgenden finden sich ergänzend dazu weitere Stiftungen, die sich für den Schutz und die Stärkung der Demokratie einsetzen – immer mit dem Schwerpunkt der medialen Umsetzung.
Mercator Stiftung
Die Stiftung Mercator ist eine private, unabhängige und gemeinnützige Organisation, die sowohl auf der Grundlage der Wissenschaft als auch auf der der Praxis tätig ist. Zielsetzung ist der Einsatz für eine solidarische und partizipative Gesellschaft. Seit 1996 setzt sich die Stiftung für ein demokratisches Europa ein und bearbeitet die Themenbereiche der digitalen Transformation, einer (sozial) gerechten Klimapolitik sowie der Teilhabe und des Zusammenhaltes. Die Stiftung Mercator engagiert sich in Deutschland, Europa und weltweit.
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#WirstärkenDemokratie
Das Stiftungsmotto lautet:
„Die Stiftung Mercator tritt ein für ein geeintes, friedliches Europa – besonders in Zeiten, in denen das Selbstbestimmungsrecht der Völker und die Menschenrechte mit großer Brutalität verletzt werden. Die Ausweitung von Russlands Angriffskrieg auf die gesamte Ukraine fordert uns alle heraus und stellt einen Angriff auf die europäische Sicherheitsarchitektur und die Demokratie als solche dar.
Dadurch ist die Basis unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens in Gefahr. Denn die Demokratie wird aus vielen Richtungen attackiert. Zusätzlich treibt die anhaltende wirtschaftliche Stagnation die soziale Spaltung voran, Desinformation und Vertrauensverlust in die Politik begünstigen eine zunehmende Polarisierung der Gesellschaft, extremistische Strömungen erstarken – und über allem steht die globale Bedrohung durch die Klimakrise.
In Anbetracht der vielfältigen Krisen dieser Zeit treten wir als europäische Stiftung mit besonderer Entschlossenheit für demokratische Werte ein. Wir fördern die Verständigung zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen, wir setzen uns für gesellschaftlichen Zusammenhalt ein, kurz:
#WirstärkenDemokratie.„
Demokratie-Stiftung CAMPACT
Die Demokratie-Stiftung CAMPACT ist Teil der von Campact e.V. initiierten Bewegung, die sich für die Freiheit aller Menschen einsetzt. Die Stiftung fördert gemeinnützige Projekte, finanziert durch Spenden, Zustiftungen und testamentarische Zuwendungen unter dem thematischen Dach einer zukunftsfähigen Demokratie. Es geht um:
„… Demokratie und Menschenrechte zu verteidigen und sich mutig gegen autoritäre Kräfte zu stellen.
… Umwelt und Klima zu schützen und sich gegen marktradikales Wirtschaften zu wenden.
… den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und sich gegen soziale Kälte einzusetzen.“
Quelle: https://demokratie-stiftung-campact.de
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Konferenz „Liebe Demokratie!“
Eine Liste der aktuellen Projekte findet sich hier. Unter anderem unterstützt die Demokratie-Stiftung CAMPACT aktuell die Amadeu Antonio Stiftung bei dem Aufbau eines professionellen Kleinspenden Fundraising und bietet bei zahlreichen anderen Projekten ein unkomplizierte Unterstützung per Spende an.
Die gemeinnützige Demokratie-Stiftung CAMPACT verzeichnete 2025 mit Einnahmen in Höhe von 3,35 Millionen Euro ebenfalls eine große Unterstützung und konnte so 20 Organisationen fördern – mehr als 60 Prozent davon mit mehrjährigen Förderungen.
Quelle: Transparenzbericht
Otto-Brenner Stiftung
Die Otto Brenner Stiftung (OBS) ist die Wissenschaftsstiftung der IG Metall, benannt nach ihrem langjährigen Vorsitzenden Otto Brenner. Seit ihrer Gründung 1972 steht umfasst ihre Arbeit die Ideenschmiede für die Demokratisierung aller gesellschaftlichen Bereiche – insbesondere der Wirtschaft. Der Stiftungszweck umfasst die Auseinandersetzung mit Fragen der nationalen und internationalen Gewerkschaftsarbeit sowie die Förderung sozialer Gerechtigkeit. Dazu gehören die Angleichung der Arbeits- und Lebensbedingungen in Ost- und Westdeutschland sowie die Entwicklung demokratischer Arbeitsbeziehungen in Europa. Die Stiftung fungiert als Schnittstellen zwischen Gewerkschaftsbewegung, Wissenschaft, Aktivismus, Kunst und Öffentlichkeit.
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MEHR Festival 2026 / Otto Brenner Stiftung
Die Otto Brenner Stiftung veranstaltete 2026 das MEHR Festival:
„MEHR steht für den Wunsch nach einem Leben, das von Möglichkeiten geprägt ist: Mehr Mitsprache. Mehr Solidarität. Mehr Zukunft.
Das MEHR Festival ist ein Treffpunkt für alle, die gemeinsam an dieser besseren Zukunft arbeiten wollen. In Räten und Hackathons widmen wir uns den großen Aufgaben unserer Zeit:
Eine demokratische Wirtschaft durchsetzen. Wohnen zu Menschenrecht und Gemeingut machen. Digitalisierung solidarisch und nachhaltig gestalten. Migration menschenrechtskonform und zum Wohle aller organisieren. Und Gewerkschaften so aufstellen, dass sie auch in der Zukunft ein Ort kollektiver Stärke und solidarischen Handelns sind.“
Quelle: MEHR Festival 2026 | Otto Brenner Stiftung
Im Dossier „Die extreme Rechte bei den Betriebsratswahlen“ beschäftigt sich die Stiftung mit der Frage nach dem Grad der Einflussnahme des rechten Spektrums auf Betriebsratswahlen 2026. Der Beitrag basiert auf einer von der Otto Brenner Stiftung in Kooperation mit dem Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft durchgeführten Studie, die die Aktivitäten von über 4.000 rechtsextremen Kanälen auf der Plattform Telegram ausgewertet hat.
Dabei wurde deutlich, dass der mit Abstand größte Teil der ausgewerteten 645 relevanten Beiträgen auf Telegram nicht direkt die Betriebsratswahlen adressiert, sondern die allgemeine Wirtschaftslage in Deutschland. Auffallend oft fällt dabei der Begriff der Deindustrialisierung verbunden mit Krisennarrativen. Interessant ist, dass die Bezugnahme auf die Gewerkschaften in den untersuchten Beiträgen durchweg negativ ausfällt. Kritisiert wird der „Kampf gegen Rechts“ sowie die vermeintliche Nähe des DGB zur SPD sowie der Widerstand gegen Sozialabbau. Auch wird behauptet, dass es an einer Vertretung der Beschäftigten mangelt.
Die Studie finden Sie als PDF-Dokument hier.
Körber Stiftung
„Reden, Handeln und Bewegen – das ist der Dreiklang unserer Arbeit. Wir initiieren Debatten, geben praktische Anstöße zur internationalen Verständigung, zur Gestaltung der lebendigen Bürgergesellschaft sowie für das Wissen für morgen.“
https://koerber-stiftung.de/
Mit den Projekten und Veranstaltungen ist die die Stiftung lokal, national und international aktiv. Der Hauptsitz der Körber-Stiftung ist in der Hamburger HafenCity. Dort bietet die Stiftung mithilfe des KörberForum Einblicke in die Themen der Stiftungsarbeit und mit dem Körber Start-Hub einen Raum für junge Unternehmer*innen. Ein weiterer Ort in Hamburg ist das
KörberHaus, das für alle Generationen und Kulturen offen ist. Zudem gibt es ein Hauptstadtbüro in Berlin, an dem Dialogveranstaltungen für Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger organisiert werden. Rund 70 Veranstaltungen zu gesellschaftlich relevanten Themen finden jährlich statt in Form von Diskussionen und Gesprächen, Konzerten, Filmpremieren und bei Performances.
Eine Veranstaltung des KörberForum behandelte das Thema „Autoritäre Zeiten: Die Sehnsucht nach Ordnung“. Der Politikwissenschaftler Herfried Münkler ordnet aktuelle politische Entwicklungen in einen größeren historischen Zusammenhang ein. Im Gespräch mit Shila Behjat beleuchtet er die Spannungen zwischen Freiheit und Stabilität, Selbstbestimmung und Führung. Welche historischen Parallelen lassen sich von den europäischen Zwischenkriegsjahren bis zur Gegenwart ziehen? Warum erscheinen autoritäre Antworten vielen Menschen auch heute noch attraktiv – und was bedeutet ihr Erstarken für die demokratische Kultur unserer Zeit?
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Im Juni 2026 fand das „Ageing with Tech Festival 2026 – GEMEINSAM. DIGITAL. RESILIENT.“ in Kooperation mit der Initiative D21 statt, das die digitale Partizipation älterer Menschen thematisierte. Es ging um Fragen wie „Wie begegnen wir Polarisierung & Desinformation?“, „Wie unterstützen digitalen Tools das Engagement von Älteren?“ sowie „Wie werden wir in der Gestaltung von Zugängen noch besser?“. Weitere Informationen sowie Video-Mitschnitte der Veranstaltung finden Sie hier.
Ein aktuelles Projekt der Stiftung zum Thema Demokratie ist „Demokratie und Zusammenhalt“, in dessen Rahmen es darum geht,
Bürgerinnen und Bürger mit staatlichen Entscheidern an einen Tisch zu bringen, um das Leben vor Ort besser zu machen. Das Projekt unterstützt somit einerseits Mandatsträgerinnen und Mandatsträger in ihrem Engagement für die Demokratie und verschafft andererseits Menschen Gehör, die sich für Freiheit und Demokratie im Exil einsetzen.
Alfred Landecker Foundation
„Das Ziel der Alfred Landecker Foundation ist es, an den Holocaust zu erinnern, gruppenbezogenen Hass mit einem Schwerpunkt auf Antisemitismus zu bekämpfen und die Demokratie zu stärken.
Diese Aufgabe ist umso herausfordernder angesichts der digitalen Revolution, die alle Lebensbereiche durchdringt und unsere Art zu kommunizieren und Entscheidungen zu treffen nachhaltig verändert. Um unsere demokratischen Institutionen zu schützen, kritisches Urteilsvermögen zu stärken und Erinnerungskultur zu fördern, verzahnt die Stiftung ein Netzwerk aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft.“
Alfred Landecker Foundation
Die Schwerpunkte der Stiftungsarbeit liegen in den Themenbereichen „An den Holocaust erinnern, „Antisemitismus bekämpfen“ sowie „Demokratie stärken“. Gefördert werden interdisziplinäre Projekte, die für demokratische Werte und Institutionen eintreten. Auf der Grundlage dieser Projektförderung schafft die Stiftung ein Netzwerk global aktiver Partnerinnen und Partner, das Wissen und Erfahrung teilt und verfügbar macht.
Im folgenden Video gibt Alina Bothe einen Einblick in das Projekt „Last Seen“:
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Last Seen: Alina Bothe über das digitale Foto-Entdeckungsspiel
Ein paar Sätze zur hohen Relevanz von Wohlfahrtsverbänden
Soziale Gerechtigkeit, Armutsprävention und (politische) Teilhabe sind wichtige Grundpfeiler einer demokratischen Gesellschaft. Wohlfahrtsverbänden kommt daher eine große Bedeutung im Bereich der Demokratiestärkung zu. Die Arbeiterwohlfahrt (AWO), der Deutsche Caritasverband (DCV), die Diakonie Deutschland, der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband (Der Paritätische) sowie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) benennen das Thema Demokratie in ihren Online-Auftritten und stärken mit ihrer Arbeit den gesellschaftlichen Zusammenhalt durch Unterstützungsleistungen und Projekte. Da wir uns in diesem Beitrag jedoch mit der medialen Auseinandersetzung und Umsetzung der Demokratiestärkung auseinandersetzen, finden sich an dieser Stelle keine weiteren Informationen zu den Wohlfahrtsverbänden in Deutschland.